Dr.med. R. Frank,    Dr.med.A. Jachtmann,   Dr.med B. Nebelung,   G. Salk,   Dr. Volker Reinecke,  I. Wendt,  
Dr. med. H. Wegner,   Dr. med. J. Meyer, Dr.med. M.O. Müller, Dr. med. M.O. Müller

Welche Untersuchung für welches Organ

Besonders bei MRT-Überweisungen sind wir auf möglichst präzise Fragestellungen und ausreichende klinische Angaben angewiesen, da die Untersuchungstechnik und Strategie im MRT für jede Untersuchung individuell geplant wird.
 
Die Indikationen beziehen sich auf Erwachsene.
Bei Kindern kann dies abweichen.

Gehirn: Bei der Mehrzahl der diagnostischen Fragestellungen ist heute die MRT die Untersuchungsmethode der Wahl, da der CT überlegen. Durch Diffusionsbildgebung gelingt der Nachweis frischer Ischämien schon in den ersten Stunden nach dem Ereignis, lange bevor das CT eine sichere Diagnostik erlaubt. Die Diagnostik von Hypophysentumoren und Prozessen des Kleinhirnbrückenwinkels (Akustikusneurinom) ist ebenfalls eine MRT Indikation. Die CT ist heute noch indiziert zum Nachweis akuter intracranieller Blutungen, insbesondere auch der subarachnoidalen Blutung. Auch zur Verlaufskontrolle von Ischämien, Blutungen, Tumoren und operativen Eingriffen ist die CT indiziert, desgleichen zur Verlaufskontrolle eines Ventrikel-Shuntsystems. In der detailgenauen Darstellung knöcherner Läsionen / Infiltrationen vor allem der Schädelbasis ist die Dünnschicht-CT überlegen.


Gesichtsschädel und Halsweichteile:
Sinusitis, Fraktur, Knochendestruktionen: CT.
Weichteilprozesse, Tumoren, Lymphome, Orbita, Kiefergelenke: MRT.
Schilddrüse, Nebenschilddrüse: Sonographie, Szintigraphie, evtl. MRT.

Wirbelsäule:
Fraktur, Bandscheibenvorfall: CT

Bei der Fragestellung frisch oder alte WK Fraktur: Knochenszintigraphie.
Alle anderen Fragestellungen sind in der MRT wesentlich besser abzuklären. Diskusprolaps der unteren HWS (dort am häufigsten) im CT meistens durch Artefakte durch die Schultern schlecht darstellbar.


Thorax:
Generell ist CT dem MRT wegen Atembewegungen überlegen.

Lungenprozesse, Lungentumoren, Lymphome: CT.
Lungenembolie: Pulmonalis-CT, Perfusionsszintigraphie oder auch MR-Angiographie möglich.
Aortenaneurysma, -Dissekat: CT-Angio.


Mamma:

Mamma-MRT nur bei speziellen Fragestellungen, Narbe versus Rezidiv, CUP Syndrom bei positiven Axillären Lymphknoten.
Ist bisher keine generelle Kassenleistung, nur mit Kostenerstattungs- Zusage der Krankenkasse. Bitte in jedem Fall Rücksprache erbeten.

 

Abdomen gesamt:

Generell CT dem MRT wegen Atembewegungen überlegen.

Untersuchung des gesamten Abdomens , z.B. allg. Tumorsuche, Staging zur Metastasen- oder Lymphomsuche: CT.

 

Leber:
Abklärung unklarer sonographischer Herdbefunde MRT sensitiver und spezifischer als  CT.


Gallenwege, Gallenblase:
Primär Sonographie, zur Darstellung der Gallenwege, z.B. Cholestase, 

Als nächster Schritt CT. Für spezielle weitergehende Fragestellungen MRT.
Schwerpunkt Darstellung Gallengänge und Pankreasgang : MR-CP. 
 
Pankreas:
Primär CT. Für im CT nicht abzuklärende Befunde als weiterführende Untersuchung MRT.
 
Niere:
RF, Tumor, entzündlicher Prozeß: CT

Nach CT als weiterführende Untersuchung MRT.
Nierenarterienstenose: MRT-Angio oder Nierenszintigraphie.
MRT-Urogramm und Nierenszintigraphie z.B. bei Pat. mit KM-Allergie und Niereninsuffizienz. 
 
Nebennieren:
RF: primär Sonographie, dann CT. Gegebenenfalls zur weiteren Abklärung MRT und NN-Szintigraphie.
 
Beckenorgane:
Rektum, -Tumorrezidiv, pararektaler Abszeß, Fisteln: MRT.
Prostata: lokale Tumorausdehnung, Infiltration von Blase, Samenblasen: Falls transrektaler Ultraschall unklar: MRT.
Bauchwand, Hernien: MRT.
Harnblasentumor: Lokale Ausdehnung im MRT besser darstellbar.
Lymphknotenmetastasen: MRT und CT gleichwertig.
 
Skelett:
Metastasensuche, Suche nach Entzündungsherden: primär Skelettszintigraphie. Rein osteoplastische Metastasen oder diffuse Infiltrationen können allerdings in der Knochenszintigraphie stumm bleiben.
Bei klinischem Verdacht:

1. Konventionelles Röntgen
2. CT
3. MRT

Knochentumoren:

1. Konventionelles Röntgen
2. CT
3. MRT

Knochenszintigraphie zum Nachweis von "skip lesions" und multilokulärem Geschehen.
Frakturen: Falls genaue 3D-Darstellung z.B. zur Therapieplanung notwendig: CT.
Eventuell Skelettszintigraphie (frische oder alte Fraktur) oder
eine MRT (z.B. Frage nach Skaphoid-Fraktur).
Wirbelfrakturen durch Trauma: CT.
 
Gelenke:
Arthrose, Verletzungen von Knorpel, Bändern, Weichteilen, Entzündung: MRT
Tumoren: MRT.
Bei Poliarthralgien, zum Ausschluß florid entzündlicher Prozesse oder einer Arthritis dagegen besser Skelettszintigraphie.
 
LWS:
Zum Nachweis von Bandscheibenvorfällen und degenerativen Veränderungen CT. 
MRT bei jungen Patienten wegen Strahlenbelastung empfohlen.
Bei Z.n. Bandscheiben-OP. : MRT (mit iv. KM.) der CT überlegen in der Differenzierung von Narbe, Disziitis und Rezidivvorfall.
 
Muskultur, Haut, Bindegewebe, Sehnen: MRT
 
Blutgefäße:
Durch die MR-Angiographie können fast alle Blutgefäße des Körpers in guter Bildqualität dargestellt werden, so dass sich eine invasive konventionelle Angiographie oft vermeiden lässt.